Grundlagen Hygienekonzept

Grundlagen für Erstellung eines Hygienekonzeptes im eigenen Unternehmen

Das A und O, damit wir die Wirtschaft im Landkreis Starnberg wieder starten können, sind Hygienekonzepte für alle Unternehmen und Branchen.

Stand dieses Dokumentes: Anfang Mai 2020

Damit Sie als Unternehmer ein wirksames Hygienekonzept für Ihr Unternehmen entwickeln können, müssen Sie wissen wie das Virus tickt und welche Schutzmaßnahmen wirksam sind.  Dafür haben wir nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse dieses Dokument erstellt – Sie brauchen ca. 7 Minuten zum Lesen.

Nehmen Sie für die Erstellung eines Hygienekonzeptes bitte auch Kontakt mit Ihrem Branchenverband auf. Bei Fragen steht Ihnen auch die gwt in Starnberg zur Verfügung.

Dieses Dokument wurde zusammen mit Dr. Thomas Weiler, Chef der Starnberger Kliniken erstellt. Er ist während der Pandemie ärztlicher Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz in den Landkreisen Starnberg, Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg.

Dieser Text ist auch mit dem Gesundheitsamt Starnberg abgestimmt.

 

Das Problem ist: es will niemand mehr etwas über das Virus lesen oder hören, daher müssen die Schutzmaßnahmen durch Organisation im Unternehmen fest eingebaut werden.

 

Vor der Erstellung des Hygienekonzeptes empfehlen wir die Seiten des RKI rki.de und die vom BZgA unter www.infektionsschutz.de lesen.

Die 7 wichtigsten Punkte die man zum Virus wissen muss:

 

1. Ablauf der Viruserkrankung (ganz grob als Übersicht, es gibt auch andere Verläufe).

    • Ansteckung
    • Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsbeginn bei 90% der Fälle 3-7 Tage, meist 5 Tage, kann auch 2 Wochen sein). So ergibt sich die Quarantänezeit von 14 Tagen.
    • 80% der Infizierten haben milden Verlauf mit leichtem Fieber und Husten.
    • Die zwei Tage vor den Symptomen (z.B. Halskratzen, Husten, Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen) sind so tückisch, da man noch keine Symptome hat, aber schon sehr ansteckend ist.
    • Dann ca. 10-14 Tage Krankheitsverlauf mit den oben genannten Symptomen und ca. 2 weitere Tage nach Abklingen aller Symptome ist man anschließend meist nicht mehr ansteckend.
    • Über Immunität nach Erkrankung ist leider noch sehr wenig bekannt.
    • Man weiß derzeit nicht genau, wie viele Viren man braucht, um sich anzustecken, z.B. von berührten Oberflächen.

2. Das Virus wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen.

3. Schutz vor Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Niesen, Husten, Ausatmen.

    • Maske für Nasen und Mundbereich. Es gehen Einwegmasken oder selbst genähte Baumwollmasken. Wer noch sicherer sein möchte, wählt FFP2 Masken.
    • Maske nach Benutzung richtig trocknen lassen, z.B. für jeden Wochentag eine andere, in die Sonne legen oder mit UV-C Lampe desinfizieren (Die Strahlung der Lampen ist sehr schädlich für Haut oder Tiere, Lampen dementsprechend betreiben. Die Lampen können z.B, durch Bewegungsmelder abgeschaltet werden, wenn eine Person den Raum betritt). Masken mit über 60 Grad mit Vollwaschmittel (inkl. Bleichmittel) waschen. Geht auch ohne Waschmittel, dann mit 70 Grad im Backofen ca. 30 Minuten bei trockener Hitze oder über 70 Grad in der Waschmaschine.
    • immer 2m Abstand zwischen Personen – soweit schaffen es die Tröpfen in der Regel nicht.

4. Schutz vor Schmierinfektion

    • Ja, man kann sich vom Griff eines Einkaufwagens oder an einem Telefonhörer anstecken.
    • Eine Schmierinfektion nach 2 Tagen ist extrem unwahrscheinlich. Das Virus liebt leider Kunststoffoberflächen und Edelstahl – da überlebt das Virus auch bis zu 4 Tagen.
    • Auch über Bargeld kann es übertragen werden. Post kann man 2 Tage liegen lassen und dann erst bearbeiten.
    • Das Virus hat eine Fetthülle, diese muss mit Alkohol aufgebrochen werden, damit das Virus abstirbt.
    • Es müssen alle Flächen desinfiziert werden, die mit Händen berührt werden. Kann man mit alkoholischen Reinigungsmitteln machen oder entsprechend getränkten Tüchern.
    • Im Unternehmen allen Menschen die Möglichkeit zum ausführlichen Händewaschen mit Seife und warmem Wasser ermöglichen.
    • Es ist kein Problem, wenn man das Virus an den Händen hat, es wird erst zum Problem, wenn man man mit den Händen die Schleimhäute Mund, Nase, Augen berührt.
    • Hände regelmäßig waschen, die Dauer ist wichtig, mind. 30 Sekunden (2x „alle meine Entchen“ singen). Waschen ist für die Hände schonender als desinfizieren.
    • Geschirr im Unternehmen mit mind. 60 Grad in der Spülmaschine säubern.
    • Wenn man die Hände nicht waschen kann, z.B. nach dem Einkauf, dann Desinfektionsmittel in der Fahrertüre haben und erst nach Desinfektion der Hände und Autoschlüssel einsteigen und andere Dinge im Auto berühren. Man sollte immer Desinfektionsmittel in der Hand- oder Arbeitstasche dabei haben.
    • Beim WC im Unternehmen ist konsequent auf die Handhygiene zu achten. Gut ist Händetrocknen mit Einmal-Papierhandtüchern, denn man kann mit dem Papierhandtuch den Wasserhahn schließen und die Türe öffnen – dazu am besten einen Behälter für die Papierhandtücher ausserhalb der WC Eingangstüre aufstellen.
    • Möglichst bargeldlose Bezahlung: z.B. Handy, Smartwatch. Wenn man am Kartenterminal die Nummer eintippen muss z.B. den kleinen Finger der linken Hand nehmen – da man sich mit dem fast nie an ins Gesicht fasst.
    • Das Tragen von Brillen kann die Schleimhäute der Augen schützen.
    • Das Virus kann schlecht auf Kupfer überleben, z.B. für Türklinken geeignet.
    • Oberflächen können durch UV-C Lampen desinfiziert werden, z.B. nachts im Büro über Zeitschaltuhr UV-C Lampen leuchten lassen und am nächsten Morgen ist alles keimfrei. Diese Strahlung ist für Mensch und Tier sehr schädlich – Lampen bitte dementsprechend betreiben (z.B. nachts im leeren Raum per Zeitschaltuhr, Abschalten durch Bewegungsmelder). Um die passende UV-C Lampe zu bekommen, bitte unbedingt mit einem Fachmann  sprechen, der sich mit medizinischen Desinfektionslampen auskennt. Das Verfahren nennt sich photodynamische Desinfektion.

5. Niemanden einlassen der über 37,5 Grad Hauttemperatur hat

    • Oberflächentemperaturmessung am Eingang des Unternehmens
    • Jeder Mitarbeiter sollte daheim, bevor er ins Unternehmen kommt oder zu Kunden fährt, in der früh die Temperatur messen und unbedingt daheim bleiben wenn diese über 37,5 Grad ist (geht gut mit einem digitalen Fieberthermometer unter der Zunge)

6. Mehrere feste kleine Teams von Mitarbeitern bilden.

    • Wenn sich einer ansteckt, fällt nur dieses eine Team durch die Quarantäne aus.

7. Im Büro sollte jeder nur seinen eigenen Tisch benutzen und nichts von Kollegen anfassen.

    • Gegenübersitzen ist ungeeignet – falls es nicht anders geht durch Plexiglasscheiben abtrennen.
    • Räume im Unternehmen mehrmals täglich intensiv lüften.
    • Wenn mehrere Leute nah beieinander in einem Büro sitzen und gemeinsame Geräte benutzen müssen, ist Mund-Nasen-Schutz empfohlen. Auch zur Kaffeemaschine nur mit Mund-Nasen-Schutz. Das Anfassen von gemeinsamen Gegenständen auf ein absolutes Minimum reduzieren, z.B. Teeküche, Drucker etc..

 

 

Wenn jemand infiziert ist, wird von den testenden Stellen das Gesundheitsamt informiert.

Es checkt nach folgenden Maßgaben: zusammengezählt 15 Minuten Kontakt mit anderen Personen im Abstand von weniger als 1,5 bis 2 m ohne Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung.  Kollegen,  welche einen solchen engen Kontakt zu einem Infizierten hatten, werden für 14 Tage in häusliche Quarantäne geschickt.
Innerbetriebliche Risikofaktoren, wenn z.B  Gegenstände gemeinsam mit Infizierten genutzt wurden, werden ggf. zur Beurteilung des Risikos im Hinblick auf eine mögliche Schmierinfektion  durch den betriebsärztlichen Dienst analysiert.

 

Gesundheitsamt Starnberg:
https://www.lk-starnberg.de/B%C3%BCrgerservice/Gesundheit-und-Krankheit/Coronavirus-Informationen-Fragen-und-Antworten

 

 

Derzeit werden manche Hotels, Gaststätten, Sport- und Veranstaltungshallen, Schulen, Einkaufszentren, Ferienwohnungen und ähnliche Einrichtungen nur wenig genutzt oder sind komplett geschlossen. Dies kann negative Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität in diesen Gebäuden haben. Nachstehend ein Merkblatt, was zur Aufrechterhaltung der Trinkwasserhygiene unternommen werden kann.

Aufrechterhaltung_der_Trinkwasserhygiene_Hinweise_fuer_Betriebe