UPDATE zum kulturellen Rettungsschirm/ KSK

Nun ist der Antrag endlich online! Seit dem 20. Mai können KünstlerInnen und Kulturschaffende die monatlich 1.000 Euro beantragen für drei Monate. Der Antrag läuft über das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Hier geht es direkt zum Antrag.

Hier die wichtigsten Kriterien in Stichpunkten:

  • freischaffende KünstlerInnen mit Hauptwohnsitz in Bayern
  • dauerhaft und nicht nur vorübergehend erwerbsmäßig tätig
  • versichert bei der KSK oder verdienen Lebensunterhalt nachweislich mit „überwiegend künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit“ und erfüllen so die Kriterien der KSK (SchauspielerInnen etc.)

Wer dazu Fragen hat, dem empfehlen wir die Hotline des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft der LH München: Di-Fr von 10-13 Uhr unter 089/ 233 289 22.

Wichtig: Wer Soforthilfe bekommen hat, kann am Programm derzeit NICHT teilnehmen. Nachdem das sofort und zu Recht für viel Empörung in der Branche gesorgt hat, hat das Ministerium schnell nachgebessert: zumindest, wer einen Ablehnungsbescheid bei der Soforthilfe bekommen hat oder seinen Antrag dort zurücknimmt, kann das Geld beantragen.

 

Finanzhilfe für Künstler in der KSK

Am 21. April 2020 hat das Kabinett beschlossen, dass soloselbstständige KünstlerInnen und Kulturschaffende für insgesamt drei Monate eine monatliche Unterstützung von jeweils 1.000 Euro erhalten. Dieses Geld kann – im Gegensatz zur bisherigen Soforthilfe, die nur für laufende Betriebskosten verwendet werden darf – genutzt werden, um den Lebensunterhalt zu finanzieren und so den Verdienstausfall durch abgesagte Veranstaltungen etc. zu kompensieren. Das Geld  kann von den rund  30.000 in der Künstlersozialkasse Versicherten in Bayern beantragt werden. Derzeit ist noch kein Formular online, die Beantragung läuft über das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die zurzeit die konkreten Fördergrundsätze festlegen. Voraussichtlich Ende Mai wird man die Gelder beantragen können, mehr Infos zum Programm gibt es hier.

Soforthilfen für den Lebensunterhalt?

Bei den Soforthilfen für kreative Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen gibt es immer wieder Missverständnisse, darum hier eine kurze Meldung dazu: Die Soforthilfe deckte bislang lediglich laufende Betriebskosten ab, das heißt die Miete für ein Büro oder Atelier, Firmenwagen, Leasing-Verträge – kurzum, alles, was man eben auch als Betriebskosten bei der Einkommenssteuererklärung angibt. So soll gewährleistet sein, dass alle – nach der Corona-Zeit – ihre berufliche Existenz weiterführen können. Die Soforthilfe kann NICHT verwendet werden, um den Verdienstausfall zu kompensieren!! Diesen Verdienstausfall muss man nur im Antrag angeben, um zu dokumentieren, dass dieser corona-bedingt ist, man also beruflich unmittelbar von der Krise betroffen ist. Wer in diesen Zeiten kein oder zu wenig Einkommen  hat, dem wird der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung nahegelegt. Diese übernimmt dann die Kosten für die private Wohnung, Nebenkosten wie Strom oder Gas und zahlt dazu einen Grundbetrag für den Lebensunterhalt. Also kurzum: Soforthilfe für alle beruflichen Ausgaben, Grundsicherung für alle privaten Kosten!

UPDATE: Nach zunehmender Kritik an diesem Modell hat sich Bayern nun am 20. April entschlossen, wie in NRW oder Baden-Württemberg, KünstlerInnen für max. 3 Monate 1.000 € Grundeinkommen auszuzahlen. im Mehr Infos  im extra Beitrag vom 6. Mai.

Netzwerke und Verbände beraten Kreative

Der wohl einzige Vorteil der Corona-Krise ist, dass die Branche der Kultur- und Kreativwirtschaft mehr in den Fokus gerückt ist und zunehmend als relevanter Akteur ernst genommen wird. Daran haben vor allem die ganzen Fördereinrichtungen und Verbände erheblichen Anteil, die sich gerade ordentlich ins Zeug legen für die Branche. Sehr hilfreich ist beispielsweise die Seite bayern kreativ, hier gibt es nicht nur einen Handlungsleitfaden, was Freiberufler derzeit beachten müssen, sondern ganz neu auch einen Vodcast, in dem Anwalt erklärt, Tipps gibt und Fragen rund um Finanzhilfen beantwortet. Das  Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der LH München bietet eine Telefon-Hotline und verschiedene Links auf der Webseite. Der Verband Kreative Deutschland hat ein ganzes Pad auf der Startseite, auf dem es neben Soforthilfe auch Steuertipps gibt und Fonds und Stiftungen verzeichnet sind. Gemeinsam mit dem Netzwerk Promoting Creative Industries hat er eine bundesweiten Umfrage erstellt, aus deren Ergebnissen  sich auch Handlungsempfehlungen an die Politik ableiten. Von ihnen stammt auch die informative und sehr unterhaltsame Social Media-Kampagne Don’t stop creativity. Auch die Bundesregierung selbst hat  eine eigene Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft speziell für die Branche.

 

Gehalt für Kreative? Forderung an die Politik

UPDATE vom 20. April!!  *** Bayern beschließt Gehalt von 1.000 € für 3 Monate für freischaffende KünstlerInnen *** weitere Infos folgen….

Größtes Problem mit der Soforthilfe für die Kultur- und Kreativwirtschaft: die meisten Freiberufler dieser Branche arbeiten „mit ihrem Kopf“, also mit ihren Ideen, Formulierungen und anderen Kompetenzen – sei es im Grafikdesign, als Musiker, Texterin, Fotograf etc. Die Meisten haben kaum laufende Betriebskosten, viele arbeiten mit Laptop im Homeoffice. Was aktuell fehlt, ist das Gehalt – Aufträge wurden storniert, die Akquise kommt derzeit völlig zum Erliegen. Als Ersatz für ein Gehalt darf die Soforthilfe aber nicht benutzt werden. GmbHs dürfen sich dieses allerdings schon  auszahlen.

Danke an alle, die sich dafür eingesetzt haben, siehe auch Stellungnahme   Kreative Deutschland .

Soforthilfen für die Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Hilfsmaßnahmen werden prinzipiell nicht nach Branchen unterteilt, damit eignen sich im Grunde alle, die für Solo-Selbstständige bzw. Kleinunternehmen angeboten werden. Die Soforthilfen von Bund und Land stehen dabei für die Kreativbranche derzeit im Vordergrund,  auch wenn dabei beachtet werden muss, dass diese Gelder ausdrücklich nur zur Deckung laufender Betriebskosten verwendet werden dürfen.  Beantragt wird die Soforthilfe beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Wichtig: es gibt nur einen  (!) Online-Antrag, die Regierung von Oberbayern als bearbeitende Behörde entscheidet dann, ob Länder- oder Bundesmittel zum Einsatz kommen. Infos zum Förderprojekt zur regionalen Kultur- und Kreativwirtschaft der gwt Starnberg unter www.kreativ-sta.de, Fragen gerne an Daniela Tewes.: Kontaktformular